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Kurz erklärt: Die Große Sphinx von Gizeh ist mit rund 73 Metern Länge und 20 Metern Höhe die größte monolithische Statue der Welt. Der Löwenkörper mit dem Kopf eines Königs entstand vermutlich um 2500 v. Chr. unter Pharao Chephren aus dem anstehenden Kalksteinfelsen – ein Wächter direkt vor den Pyramiden von Gizeh und ein lohnendes Ziel beim Landausflug ab Kairo.
Von der Nilkreuzfahrten.com-Redaktion · Stand: Juni 2026
- Wie groß ist die Sphinx von Gizeh?
- Was stellt die Sphinx dar?
- Wer hat die Sphinx erbaut?
- Wie alt ist die Sphinx wirklich?
- Warum fehlt der Sphinx die Nase?
- Was ist die Traumstele zwischen den Pranken?
- Gibt es Geheimkammern unter der Sphinx?
- Wie besucht man die Sphinx bei einer Nilkreuzfahrt?
- Wann ist die Sphinx geöffnet und was kostet der Eintritt?
Kein Bauwerk Ägyptens ist so rätselhaft wie die Große Sphinx von Gizeh. Seit über viereinhalbtausend Jahren liegt der steinerne Wächter am Rand der Wüste und blickt nach Osten der aufgehenden Sonne entgegen. Über sein Alter, seinen Erbauer und seinen Zweck streiten Forscher bis heute. Diese Seite erklärt dir Maße und Aussehen, die wahrscheinlichen Erbauer, Symbolik und Mythos, die berühmte fehlende Nase, die Geheimkammer-Legenden und alles Praktische für deinen Besuch als Landausflug während einer Nilkreuzfahrt.
Wie groß ist die Sphinx von Gizeh?
Die Große Sphinx misst rund 73 Meter in der Länge, etwa 20 Meter in der Höhe und an der breitesten Stelle gut 19 Meter. Allein die ausgestreckten Vorderpranken reichen rund 15 Meter weit nach vorn. Damit ist sie die größte aus einem einzigen Steinblock gehauene Statue der Welt. Das Gesicht allein ist etwa vier Meter breit, und der Kopf ragt so hoch wie ein mehrstöckiges Haus. Ursprünglich war die Figur vermutlich bunt bemalt: An Wangen und Kopftuch haben sich Reste roter und gelblicher Farbe erhalten.
Was stellt die Sphinx dar?
Die Sphinx vereint den kraftvollen Körper eines liegenden Löwen mit dem Kopf eines Menschen, der ein königliches Nemes-Kopftuch trägt. Diese Mischgestalt galt im Alten Ägypten als Sinnbild königlicher Macht: die Stärke des Löwen, verbunden mit der Klugheit und Würde des Pharaos. Auf der Stirn saß einst ein Uräus, die heilige Königskobra, und am Kinn vermutlich ein zeremonieller Götterbart. So verkörpert die Figur den göttlich legitimierten Herrscher, der über die Nekropole von Gizeh und das Diesseits wacht.
Wer hat die Sphinx erbaut?
Die meisten Ägyptologen schreiben die Große Sphinx dem Pharao Chephren aus der 4. Dynastie zu, einem Sohn des Cheops, der um 2500 v. Chr. regierte. Dafür sprechen die unmittelbare Nähe zu seiner Pyramide, der zur Sphinx gehörende Taltempel und die enge Linie zwischen beiden Bauwerken. Einige Forscher halten jedoch Cheops selbst oder dessen älteren Sohn Djedefre für den Auftraggeber. Sicher ist nur, dass die Figur in der Blütezeit des Alten Reiches entstand – derselben Epoche, in der nebenan die gewaltigen Pyramiden von Gizeh errichtet wurden.
Wie alt ist die Sphinx wirklich?
Nach gängiger Lehrmeinung ist die Sphinx rund 4.500 Jahre alt und stammt aus der Zeit Chephrens um 2500 v. Chr. Einige Außenseiter haben anhand der Verwitterungsspuren am Sphinxgraben argumentiert, das Monument müsse deutlich älter sein und einer feuchteren Klimaphase entstammen. Diese „Wassererosions-These“ wird von der etablierten Forschung jedoch klar abgelehnt: Geologie, archäologischer Kontext und die Bauspuren der 4. Dynastie sprechen eindeutig für die klassische Datierung. Das tatsächliche Alter bleibt damit erstaunlich gut belegt – auch wenn der Mythos vom „Jahrtausende älteren“ Bauwerk hartnäckig weiterlebt.
Warum fehlt der Sphinx die Nase?
Der Sphinx fehlt die Nase, weil sie irgendwann gewaltsam abgeschlagen wurde – wann genau, ist nicht gesichert. Die populäre Legende, Soldaten Napoleons hätten sie 1798 mit Kanonenkugeln zerstört, ist nachweislich falsch: Schon eine Zeichnung des Dänen Frederik Norden von 1737 zeigt die Sphinx ohne Nase, also Jahrzehnte vor Napoleon. Der arabische Historiker al-Maqrizi berichtet, ein religiöser Eiferer namens Mohammed Sa’im ad-Dahr habe die Nase im 14. Jahrhundert zerstört, weil ihm die Verehrung der Figur als Götzendienst galt. Auch die Spuren von Meißelwerkzeugen am Gesicht stützen eher eine absichtliche Zerstörung als Erosion.
Was ist die Traumstele zwischen den Pranken?
Zwischen den Vorderpranken der Sphinx steht eine knapp vier Meter hohe Granitstele, die sogenannte Traumstele. Pharao Thutmosis IV. ließ sie um 1400 v. Chr. errichten. Der Inschrift zufolge schlief der junge Prinz einst im Schatten der bis zum Hals versandeten Sphinx und träumte, der Sonnengott versprach ihm den Thron, wenn er die Figur vom Sand befreie. Thutmosis erfüllte den Auftrag, ließ die Sphinx ausgraben und wurde tatsächlich Pharao. Die Stele ist damit das früheste schriftliche Zeugnis dafür, dass die Sphinx schon vor über 3.400 Jahren freigelegt und verehrt wurde.
Gibt es Geheimkammern unter der Sphinx?
Theorien über verborgene Kammern und Tunnel unter der Sphinx faszinieren seit dem 20. Jahrhundert. Der amerikanische Hellseher Edgar Cayce prophezeite eine „Halle der Aufzeichnungen“ mit dem verlorenen Wissen einer Hochkultur unter den Pranken. Tatsächlich gibt es im und um den Felsen einige natürliche Hohlräume, kleinere Schächte und Risse, die seismische und Bohruntersuchungen nachgewiesen haben. Eine sagenhafte Geheimkammer mit antikem Archiv konnte jedoch nie gefunden werden. Die seriöse Forschung sieht in den Hohlräumen geologische Erscheinungen, keine bewusst angelegten Geheimräume – auch wenn der Mythos populär bleibt.
Wie besucht man die Sphinx bei einer Nilkreuzfahrt?
Die Sphinx liegt nicht am Nil bei Luxor oder Assuan, wo die klassischen Nilkreuzfahrten verlaufen, sondern bei Kairo. Du erreichst sie deshalb als Landausflug ab Kairo – entweder zu Beginn oder am Ende deiner Reise oder über einen Inlandsflug von Luxor. Viele Programme verbinden den Besuch zu einem ganztägigen Ausflug nach Kairo, der Pyramiden, Sphinx und meist auch ein Museum umfasst. Welche Schätze in den großen Sammlungen warten, zeigt unsere Seite zu den Museen in Kairo. Die Anreise vom Stadtzentrum zum Plateau von Gizeh dauert je nach Verkehr rund 30 bis 60 Minuten.
Wann ist die Sphinx geöffnet und was kostet der Eintritt?
Das Pyramidenplateau von Gizeh ist täglich geöffnet, in der Regel von etwa 8 bis 17 Uhr, im Sommer teils länger. Das Eintrittsticket für das Plateau schließt den Blick auf die Sphinx ein; das Betreten des Inneren der Pyramiden kostet extra. Plane deinen Besuch möglichst am frühen Morgen, wenn die Sonne von vorn auf das nach Osten gerichtete Gesicht fällt und die Hitze noch erträglich ist. Nimm Sonnenschutz, Kopfbedeckung, feste Schuhe und ausreichend Wasser mit. Mehrmals wöchentlich findet abends zudem eine Ton-und-Licht-Show vor der Sphinx statt. Da sich Eintrittspreise und Öffnungszeiten gelegentlich ändern, prüfst du sie am besten kurz vor der Reise oder buchst über deinen Veranstalter.
Häufige Fragen zur Sphinx
Wer hat die Sphinx von Gizeh gebaut?
Nach gängiger Lehrmeinung ließ Pharao Chephren aus der 4. Dynastie die Sphinx um 2500 v. Chr. errichten. Dafür sprechen die Nähe zu seiner Pyramide und der zugehörige Taltempel. Einige Forscher halten alternativ Cheops oder Djedefre für den Auftraggeber.
Warum hat die Sphinx keine Nase?
Die Nase wurde gewaltsam abgeschlagen, vermutlich im 14. Jahrhundert durch einen religiösen Eiferer. Die verbreitete Geschichte, Napoleons Soldaten hätten sie zerstört, ist falsch – die Sphinx war schon Jahrzehnte zuvor ohne Nase abgebildet.
Gehört die Sphinx zum UNESCO-Welterbe?
Ja, die Sphinx liegt im Bereich von Gizeh und gehört seit 1979 zur Welterbestätte „Memphis und seine Nekropole“.



