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Kurz erklärt: Alexandria ist nach Kairo die zweitgrößte Stadt Ägyptens und ein lohnender Kontrast zum Niltal: Statt Tempeln in der Wüste erwarten dich mediterranes Flair, eine bewegte Antike-Geschichte und eine breite Hafenpromenade am Mittelmeer. Die einst von Alexander dem Großen gegründete Metropole liegt rund 220 km nordwestlich von Kairo und eignet sich ideal als Vor- oder Nachprogramm einer Nilkreuzfahrt – meist als Tagesausflug oder Übernachtungstour ab Kairo.
Von der Nilkreuzfahrten.com-Redaktion · Stand: Juni 2026
Kaum eine ägyptische Stadt erzählt so viel Weltgeschichte auf engem Raum wie Alexandria. Hier stand mit dem Leuchtturm von Pharos eines der Sieben Weltwunder der Antike, hier sammelte die legendäre Bibliothek das Wissen der bekannten Welt, und hier regierte mit Kleopatra die letzte Königin des pharaonischen Ägypten. Heute ist die „Braut des Mittelmeeres“ eine quirlige Millionenstadt mit kilometerlanger Strandpromenade, kolonial geprägten Cafés und einem ganz eigenen, fast europäischen Rhythmus. Diese Seite zeigt dir, was Alexandria so besonders macht, welche Höhepunkte du nicht verpassen solltest, wie du am besten hinkommst und wann sich der Abstecher am meisten lohnt. Einen Überblick über alle weiteren Stationen einer Reise findest du auf unserer Seite zu den Ausflugszielen und Sehenswürdigkeiten.
- Warum lohnt sich ein Ausflug nach Alexandria?
- Wer hat Alexandria gegründet?
- Was war der Leuchtturm von Pharos und die antike Bibliothek?
- Was ist die Bibliotheca Alexandrina?
- Was ist die Qaitbay-Zitadelle?
- Was hat es mit Pompejussäule und Katakomben auf sich?
- Was kann man an der Corniche und im Montazah-Park erleben?
- Wie kommt man von Kairo nach Alexandria?
- Passt Alexandria zu einer Nilkreuzfahrt?
Warum lohnt sich ein Ausflug nach Alexandria?
Ein Ausflug nach Alexandria lohnt sich, weil die Stadt einen völlig anderen Charakter zeigt als das pharaonische Oberägypten. Wer Tempel, Königsgräber und Wüste hinter sich hat, erlebt hier plötzlich Meeresbrise, Strandcafés und eine Geschichte, die griechisch, römisch und arabisch zugleich ist. Alexandria war über Jahrhunderte das geistige Zentrum der antiken Welt und ist bis heute eine weltoffene Hafenmetropole geblieben. Das mildere Klima, das gemächlichere Tempo und die teils kolonial geprägte Architektur grenzen die Stadt deutlich vom quirligen, wüstennahen Kairo ab. Genau dieser Mix aus mediterranem Flair und großer Vergangenheit macht den Besuch zur idealen Abrundung des Kairo-Programms – besonders für Reisende, die mehr sehen wollen als die klassischen Pyramiden.
Wer hat Alexandria gegründet?
Alexandria wurde 331 v. Chr. von Alexander dem Großen gegründet, der die Stadt nach sich selbst benannte. Der makedonische Feldherr ließ den Ort als neue Hauptstadt und Handelsdrehscheibe am Mittelmeer anlegen, strategisch günstig zwischen Meer und dem fruchtbaren Nildelta. Nach Alexanders frühem Tod regierte hier die Dynastie der Ptolemäer, die Alexandria zur reichsten und gebildetsten Stadt ihrer Zeit ausbaute. Aus dieser Epoche stammen die berühmtesten Wahrzeichen: der Leuchtturm und die große Bibliothek. Mit Kleopatra VII. endete diese Linie und damit auch die Eigenständigkeit des hellenistischen Ägypten, das ins Römische Reich überging.
Was war der Leuchtturm von Pharos und die antike Bibliothek?
Leuchtturm und Bibliothek waren die beiden weltberühmten Wahrzeichen des antiken Alexandria. Der Leuchtturm von Pharos zählte zu den Sieben Weltwundern der Antike: Er stand auf der vorgelagerten Insel Pharos, war nach antiken Angaben über hundert Meter hoch und wies Seefahrern mit Feuer und Spiegel über viele Kilometer den Weg in den belebten Hafen. Errichtet im 3. Jahrhundert v. Chr. unter den Ptolemäern, galt er als technisches Meisterwerk; mehrere Erdbeben zerstörten ihn im Mittelalter, seine Steine wurden teils in die Festung Qaitbay verbaut. Sein Name lebt im Wort „Pharos“ für Leuchtturm in mehreren Sprachen weiter. Die antike Bibliothek wiederum war die größte Wissenssammlung ihrer Zeit und lagerte nach Überlieferung Hunderttausende Schriftrollen, die Gelehrte aus aller Welt anzogen. Ihr genauer Untergang ist bis heute nicht restlos geklärt: Brände, Kriege und der allmähliche Verfall über Jahrhunderte ließen die Sammlung verschwinden.
Was ist die Bibliotheca Alexandrina?
Die Bibliotheca Alexandrina ist die moderne Wiedergeburt der legendären Bibliothek und heute eines der meistbesuchten Bauwerke der Stadt. Als Hommage an dieses Erbe eröffnete sie 2002 unter Schirmherrschaft der UNESCO und knüpft mit ihrer markanten, zum Meer geneigten Scheibenform an die alte Bedeutung Alexandrias als Ort des Wissens an. Das Kulturzentrum direkt an der Corniche fasst Millionen Bücher und beherbergt zugleich Museen, Galerien und ein Planetarium. Architektonisch beeindruckt der riesige, schräg zum Mittelmeer geneigte Lesesaal, dessen Glasdach Tageslicht hereinlässt; die Außenwand aus grauem Granit ist mit Schriftzeichen aus aller Welt verziert. Ein Besuch verbindet Architektur, Geschichte und Atmosphäre und macht greifbar, warum Alexandria einst als geistige Hauptstadt galt – ein klarer Höhepunkt jeder Stadttour. Wer noch tiefer in Ägyptens Hochkultur eintauchen möchte, findet die größten Schätze allerdings in der Hauptstadt, etwa in den Museen in Kairo.
Was ist die Qaitbay-Zitadelle?
Die Qaitbay-Zitadelle ist die markante Festung am Hafeneingang Alexandrias und steht genau dort, wo einst der Leuchtturm von Pharos aufragte. Sultan Qaitbay ließ sie im 15. Jahrhundert zum Schutz der Stadt errichten und verwendete dabei teils die Steine des eingestürzten Weltwunders. Heute thront das wuchtige, hell verputzte Bauwerk malerisch über dem Wasser und bietet von seinen Mauern einen weiten Blick über Mittelmeer und Hafenbucht. Im Inneren lassen sich Wehrgänge, eine kleine Moschee und maritime Ausstellungsstücke besichtigen. Die Zitadelle gehört zu den beliebtesten Fotomotiven der Stadt und verbindet mittelalterliche Wehrarchitektur mit der Erinnerung an die antike Vergangenheit.
Was hat es mit Pompejussäule und Katakomben auf sich?
Pompejussäule und Katakomben sind die beiden bedeutendsten antiken Denkmäler aus der römischen Epoche Alexandrias und liegen nahe beieinander. Die Pompejussäule ist eine knapp 27 Meter hohe Säule aus rotem Granit und das höchste antike Monument ihrer Art in der Stadt. Trotz ihres Namens hat sie nichts mit dem römischen Feldherrn Pompeius zu tun: Sie wurde um 300 n. Chr. zu Ehren des Kaisers Diokletian errichtet, der die Stadt nach einer Belagerung mit Getreide versorgte. Sie steht auf dem Gelände des einstigen Serapeums, eines bedeutenden Tempelbezirks, von dem nur noch Reste mit Sphingen und unterirdischen Gängen erhalten sind. Wenige Minuten entfernt liegen die Katakomben von Kom el-Shoqafa, eine weitläufige antike Grabanlage, die über drei Stockwerke bis rund zwanzig Meter in die Tiefe reicht und im 2. Jahrhundert n. Chr. in den Fels getrieben wurde. Besonders reizvoll ist die Mischung der Kulturen: Hier verschmelzen ägyptische, griechische und römische Stilelemente, etwa wenn ägyptische Götter in römischer Tracht erscheinen. Beide Stätten lassen sich gut zu einem gemeinsamen Programmpunkt verbinden.
Was kann man an der Corniche und im Montazah-Park erleben?
Die Corniche ist die kilometerlange Uferpromenade Alexandrias und das pulsierende Herz der Stadt. Entlang der geschwungenen Bucht reihen sich Cafés, Fischrestaurants und Hotels, während Einheimische am Abend zum Flanieren ans Meer strömen – nirgends spürt man das mediterrane Lebensgefühl so deutlich, am schönsten zum Sonnenuntergang. Am östlichen Stadtrand lohnt der Montazah-Palast mit seinen weitläufigen Gärten: Die einstige königliche Sommerresidenz liegt in einem grünen Park direkt am Meer, mit Palmen, Blumenbeeten und einer kleinen Bucht. Beide Orte zeigen das entspannte, weltoffene Alexandria jenseits der Antike und eignen sich perfekt für einen ruhigen Ausklang des Besuchstags. Wer sich für Kunst und Geschichte interessiert, ergänzt den Tag um das Griechisch-Römische Museum mit Funden aus hellenistischer und römischer Zeit sowie das Alexandria-Nationalmuseum, das in einer eleganten Villa den Bogen von der Pharaonenzeit bis in die moderne Epoche spannt.
Wie kommt man von Kairo nach Alexandria?
Von Kairo erreicht man Alexandria in rund zweieinhalb bis drei Stunden, je nach Verkehr und Verkehrsmittel. Am bequemsten ist eine geführte Tour mit privatem Fahrer, die direkt am Hotel startet und die Highlights effizient verbindet. Alternativ verkehren regelmäßig schnelle Züge zwischen beiden Städten, die als entspannte und günstige Variante gelten. Die rund 220 Kilometer lange Wüstenautobahn lässt sich auch mit dem Mietwagen oder Fernbus zurücklegen. Wer früh aufbricht, schafft die Stadt als langen Tagesausflug und sieht die wichtigsten Höhepunkte – Zitadelle, Bibliothek, Pompejussäule und Katakomben; angenehmer und runder ist jedoch eine Übernachtung, um Anreise und Sightseeing zu entzerren und auch die Corniche, ein Fischessen am Hafen und den Sonnenuntergang in Ruhe zu erleben. Bündle die Sehenswürdigkeiten dabei geografisch und plane bei Moscheebesuchen bedeckte Schultern und Knie ein; kleine Scheine fürs „Bakschisch“ gehören in Ägypten ebenso dazu.
Passt Alexandria zu einer Nilkreuzfahrt?
Alexandria passt gut zu einer Nilkreuzfahrt, liegt aber abseits der klassischen Schiffsroute und ist deshalb ein Zusatzbaustein. Die eigentliche Kreuzfahrt verläuft zwischen Luxor und Assuan in Oberägypten, während Alexandria ganz im Norden am Mittelmeer liegt. Wer ein Vor- oder Nachprogramm in Kairo bucht, kann von dort aus einen Abstecher an die Küste anhängen und so die Pharaonentempel des Südens mit der mediterranen Hafenstadt kombinieren – als entspannter Tapetenwechsel zum quirligen Ausflug nach Kairo. Welche Route dein Schiff fährt, zeigt die Übersicht zu Kreuzfahrtprogramm und Stationen; wer den Süden vertiefen möchte, findet bei der Nassersee-Kreuzfahrt eine weitere lohnende Erweiterung. So entsteht aus Fluss, Wüste und Mittelmeer ein abwechslungsreiches Gesamtbild Ägyptens, für das auch das passende Kreuzfahrtschiff auf dem Nil den Rahmen bildet.
Häufige Fragen zum Ausflug nach Alexandria
Wie weit ist Alexandria von Kairo entfernt?
Alexandria liegt rund 220 Kilometer nordwestlich von Kairo. Die Fahrt über die Wüstenautobahn dauert je nach Verkehrsmittel und Verkehrslage etwa zweieinhalb bis drei Stunden, mit dem schnellen Zug oder einem privaten Fahrer ähnlich lang.
Ist der Leuchtturm von Pharos noch zu sehen?
Nein, der antike Leuchtturm ist nicht mehr erhalten. Er wurde durch mehrere Erdbeben im Mittelalter zerstört. An seiner Stelle steht heute die Qaitbay-Zitadelle, in deren Mauern teilweise Steine des einstigen Weltwunders verbaut wurden.
Wann ist die beste Reisezeit für Alexandria?
Am angenehmsten ist Alexandria im Frühling von März bis Mai und im Herbst von September bis November. Dank der Lage am Mittelmeer ist das Klima milder als in Oberägypten, mit kühlerer Brise und gelegentlichem Winterregen. Die Badesaison reicht von Mai bis Oktober.

