Nilkreuzfahrt finden
Luxor – Assuan & mehr – tagesaktuelle Preise
Die Suche öffnet passende Nilkreuzfahrten bei unserem Reisepartner reise.de.
Der Hatschepsut-Tempel liegt in Deir el-Bahari am Westufer von Luxor. Der dreistufige Terrassentempel wurde für die weibliche Pharaonin Hatschepsut errichtet und gilt als eines der eindrucksvollsten Bauwerke des Alten Ägypten.
Wenige Bauwerke Ägyptens verbinden Architektur und Landschaft so harmonisch wie der Totentempel der Hatschepsut. Eingebettet in eine gewaltige Felswand am Fuß der thebanischen Berge wirkt der Tempel beinahe wie aus dem Stein gewachsen. Wer eine Nilkreuzfahrt unternimmt und Luxor besucht, sollte sich diesen Höhepunkt am Westufer nicht entgehen lassen. Im Folgenden beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um Geschichte, Architektur und Besuch.
Was ist der Hatschepsut-Tempel?
Der Hatschepsut-Tempel ist der Totentempel der weiblichen Pharaonin Hatschepsut. Sein altägyptischer Name lautet Djeser-Djeseru, „Heiliger der Heiligen“. Anders als ein Grab diente der Tempel dem königlichen Totenkult: Hier wurde die Erinnerung an die Herrscherin lebendig gehalten und der Gott Amun-Re verehrt. Der Bau erstreckt sich über drei aufeinander gestaffelte Terrassen, die durch lange Rampen verbunden sind. Mit seinen klaren Säulenhallen und der streng symmetrischen Anlage wirkt der Tempel erstaunlich modern und unterscheidet sich deutlich von den massiven Pylonbauten anderer ägyptischer Heiligtümer.
Wer war Hatschepsut?
Hatschepsut war eine der bedeutendsten Frauen der ägyptischen Geschichte und eine der wenigen Frauen, die als Pharao regierten. Sie war die Tochter Thutmosis‘ I. und die Gemahlin ihres Halbbruders Thutmosis‘ II. Nach dessen Tod übernahm sie zunächst die Regentschaft für den noch minderjährigen Thutmosis III., ließ sich dann jedoch selbst zum Pharao krönen. Ihre rund zwei Jahrzehnte währende Regierungszeit gilt als Phase des Friedens und wirtschaftlichen Aufschwungs. Statt Eroberungskriege zu führen, förderte sie Handel und Bauprojekte. In Darstellungen ließ sie sich häufig mit den Insignien eines männlichen Königs zeigen, darunter dem Zeremonialbart, um ihre Legitimität als Herrscherin zu unterstreichen.
Wo liegt der Tempel?
Der Tempel liegt in Deir el-Bahari, einer Talsenke am Westufer von Luxor, unmittelbar vor der steilen Felswand des thebanischen Hochgebirges. Hinter diesem Bergmassiv befindet sich das berühmte Tal der Könige, sodass beide Stätten geografisch eng beieinanderliegen. Das Westufer war im Alten Ägypten dem Totenkult vorbehalten, denn dort, wo die Sonne unterging, vermutete man das Reich der Toten. Die Tempel des Westufers bildeten gemeinsam mit den Königsgräbern eine ausgedehnte Nekropole, die einst von Priestern, Handwerkern und Wachen belebt war.
Was macht die Architektur besonders?
Die Architektur des Hatschepsut-Tempels gilt als Meisterwerk antiker Baukunst. Charakteristisch sind die drei großen Terrassen, die sich stufenförmig in die Höhe staffeln und durch breite Auffahrtsrampen miteinander verbunden sind. Reihen schlanker Säulen gliedern die Fassaden und erzeugen ein faszinierendes Spiel aus Licht und Schatten. Der Tempel nimmt die horizontalen Linien der dahinterliegenden Felswand auf und verschmilzt optisch mit der Landschaft. Diese gelungene Einbettung in die natürliche Umgebung war im Alten Ägypten einzigartig und nimmt gestalterische Prinzipien vorweg, die erst Jahrtausende später wieder aufgegriffen wurden.
Was zeigen die Punt-Reliefs?
Zu den berühmtesten Bildwerken des Tempels gehören die Reliefs an der mittleren Terrasse, die eine Handelsexpedition in das geheimnisvolle Land Punt schildern. Punt lag vermutlich am Horn von Afrika oder an der Küste des heutigen Sudan und Eritrea und war für seine Schätze bekannt. Die Reliefs zeigen detailreich die Schiffe der Expedition, fremdländische Menschen, exotische Tiere und vor allem den kostbaren Weihrauch sowie ganze Myrrhenbäume, die nach Ägypten gebracht wurden. Diese Darstellungen sind nicht nur künstlerisch herausragend, sondern auch eine wertvolle historische Quelle über den Fernhandel und die Vorstellungen der Ägypter von fernen Ländern.
Wer war Senenmut?
Senenmut war der wohl wichtigste Vertraute Hatschepsuts und gilt als Architekt des Tempels. Er stieg aus einfachen Verhältnissen auf und vereinte zahlreiche hohe Ämter in seiner Person, darunter das des Erziehers der Königstochter Neferure. Seine Verbindung zur Pharaonin war so eng, dass bis heute über die Natur ihrer Beziehung spekuliert wird. Senenmut ließ sich an mehreren Stellen im Tempel darstellen, was für einen Nichtkönig ungewöhnlich war und seine herausgehobene Stellung belegt. Ihm wird die geniale Gesamtkonzeption der Terrassenanlage zugeschrieben, die den Tempel zu einem architektonischen Vorbild seiner Zeit machte.
Warum wurde Hatschepsuts Name später getilgt?
Nach Hatschepsuts Tod ließ ihr Nachfolger Thutmosis III. zahlreiche Darstellungen und Inschriften der Pharaonin zerstören oder überarbeiten. Ihre Namen wurden ausgemeißelt und Statuen zerschlagen. Lange galt dies als persönliche Rache. Heute gehen viele Forscher davon aus, dass die Tilgung erst gegen Ende der Regierungszeit Thutmosis‘ III. begann und eher dynastisch-politische Gründe hatte: Die Erinnerung an eine weibliche Herrscherin sollte aus der offiziellen Königsliste verschwinden. Erst die moderne Ägyptologie hat Hatschepsuts Bedeutung wieder ins rechte Licht gerückt.
Was kann man heute besichtigen?
Heute lassen sich alle drei Terrassen des Tempels begehen, soweit die Restaurierung sie zugänglich macht. Über die unteren Höfe und Rampen gelangt man zu den Säulenhallen mit den Punt-Reliefs und Szenen zur göttlichen Geburt Hatschepsuts. Auf der oberen Ebene befinden sich Kapellen, die unter anderem der Göttin Hathor und dem Sonnengott geweiht sind. Die Hathor-Kapelle mit ihren charakteristischen Säulenkapitellen in Form des Hathor-Kopfes zählt zu den Höhepunkten. Polnische Archäologen haben über Jahrzehnte umfangreiche Restaurierungsarbeiten geleistet, sodass die monumentale Wirkung der Anlage heute wieder eindrucksvoll erlebbar ist.
Wie kommt man hin?
Der Hatschepsut-Tempel liegt am Westufer von Luxor und ist von der Stadt aus gut zu erreichen. Im Rahmen einer Nilkreuzfahrt wird der Besuch in der Regel als geführter Ausflug Luxor organisiert, der das Westufer mit Tal der Könige und Memnonkolossen verbindet. Wer individuell unterwegs ist, gelangt mit dem Taxi oder über die Brücke beziehungsweise per Fähre ans Westufer. Vom Parkplatz aus bringen kleine Elektrobahnen die Besucher bis zum Eingang. Die Wege auf dem Gelände sind eben, jedoch weitgehend schattenlos.
Was kostet der Eintritt allgemein?
Für den Hatschepsut-Tempel wird ein separates Ticket benötigt, das man am Westufer erwerben kann. Die Eintrittspreise für die Stätten Ägyptens werden regelmäßig angepasst, weshalb genaue Beträge vor der Reise geprüft werden sollten. Bei organisierten Ausflügen ist der Eintritt häufig bereits im Reisepreis enthalten. Studenten erhalten gegen Vorlage eines internationalen Studierendenausweises in der Regel eine Ermäßigung. Wer mehrere Stätten des Westufers besuchen möchte, sollte die Tickets gebündelt einplanen.
Wann besucht man am besten?
Die beste Reisezeit für den Hatschepsut-Tempel und ganz Oberägypten liegt zwischen Oktober und April, wenn die Temperaturen angenehmer sind. Der ideale Zeitpunkt für den Besuch selbst sind die frühen Morgenstunden: Dann ist es kühler, das Licht für Fotos besonders schön und der Andrang geringer. Da der Tempel kaum Schatten bietet und sich der helle Stein in der Mittagshitze stark aufheizt, ist ein früher Start dringend zu empfehlen. Sonnenschutz, eine Kopfbedeckung und ausreichend Wasser gehören in jedem Fall ins Gepäck. In den heißen Sommermonaten sollte ein Besuch nur am sehr frühen Morgen erfolgen.
Wie verbindet man ihn mit Tal der Könige und Memnon?
Der Hatschepsut-Tempel lässt sich ideal mit den anderen Höhepunkten des Westufers zu einer Halbtagestour verbinden. Klassisch beginnt man früh im Tal der Könige mit den Felsgräbern der Pharaonen, fährt anschließend zum nahe gelegenen Hatschepsut-Tempel und macht auf dem Rückweg Halt bei den Memnonkolossen, den beiden gewaltigen Sitzstatuen Amenophis‘ III. Diese Kombination führt die wichtigsten Stätten der thebanischen Nekropole an einem Vormittag zusammen. Wer noch mehr Zeit hat, kann den Tempel von Medinet Habu oder das Tal der Königinnen ergänzen.
Wie viel Zeit braucht man?
Für den Hatschepsut-Tempel selbst sollte man etwa eine bis anderthalb Stunden einplanen, um die Terrassen, die Punt-Reliefs und die Hathor-Kapelle in Ruhe zu erkunden. Im Rahmen einer geführten Westufer-Tour bleibt häufig nur etwas weniger Zeit, da mehrere Stätten an einem Vormittag besucht werden. Aufgrund der Hitze ist es ratsam, am frühen Nachmittag wieder zum Schiff oder ins Hotel zurückzukehren und die heißesten Stunden zu meiden.
Wie passt der Tempel in die Tempelwelt von Luxor?
Luxor wird oft als größtes Freilichtmuseum der Welt bezeichnet, und der Hatschepsut-Tempel ist ein zentraler Baustein dieser Tempelwelt. Während die Totentempel am Westufer dem Gedenken an die verstorbenen Pharaonen dienten, erhoben sich am Ostufer die großen Götterheiligtümer. Allen voran der gewaltige Karnak-Tempel und der Luxor-Tempel. Ost- und Westufer bildeten zusammen ein religiöses Gesamtbild, in dem sich Leben und Tod, Stadt und Nekropole gegenüberstanden. Eine Nilkreuzfahrt bietet die ideale Gelegenheit, beide Seiten dieser Landschaft kennenzulernen.
Häufige Fragen zum Hatschepsut-Tempel
Ist der Hatschepsut-Tempel ein Grab?
Nein. Der Tempel ist ein Totentempel, der dem Kult der verstorbenen Pharaonin diente. Das eigentliche Grab Hatschepsuts liegt im nahen Tal der Könige. Tempel und Grab waren im Alten Ägypten räumlich voneinander getrennt.
Wie lange dauerte der Bau des Tempels?
Der Bau erstreckte sich über etwa 15 Jahre während der Regierungszeit Hatschepsuts. Architekt Senenmut leitete das ehrgeizige Projekt, das die Terrassenanlage in den Fels von Deir el-Bahari einfügte.
Kann man den Tempel im Rahmen einer Nilkreuzfahrt besuchen?
Ja. Der Hatschepsut-Tempel ist fester Bestandteil nahezu jeder Luxor-Tour und wird üblicherweise gemeinsam mit dem Tal der Könige und den Memnonkolossen als Westufer-Ausflug angeboten.
Warum heißt der Ort Deir el-Bahari?
Der Name bedeutet auf Arabisch „Nördliches Kloster“ und geht auf koptische Mönche zurück, die in der Antike Teile der Tempelanlage als Kloster nutzten. Daher trägt der gesamte Talkessel diesen Namen.





