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Der Karnak-Tempel am Ostufer von Luxor ist der größte Tempelkomplex Ägyptens und war dem Gott Amun-Re geweiht. Über 2000 Jahre erweiterten ihn die Pharaonen zu einer gewaltigen Anlage – berühmt für die Große Säulenhalle mit 134 Säulen, den Heiligen See und die hoch aufragenden Obelisken.
Kaum ein Ort verkörpert die Macht des alten Ägypten so eindrucksvoll wie der Karnak-Tempel. Was als bescheidenes Heiligtum begann, wuchs über Jahrhunderte zum religiösen Zentrum des Reiches – einem Labyrinth aus Pylonen, Höfen, Säulen und Obelisken. Wer von einer Nilkreuzfahrt aus Luxor besucht, betritt hier den größten Sakralbau, den Menschen je errichtet haben. Die folgenden Antworten führen Sie durch die wichtigsten Fragen rund um diesen monumentalen Komplex.
Was ist der Karnak-Tempel?
Der Karnak-Tempel ist ein riesiger Tempelkomplex am Ostufer des Nils in Luxor, dem antiken Theben. Er gilt als das größte religiöse Bauwerk der Welt und diente über zwei Jahrtausende als zentrales Heiligtum Ägyptens. Statt eines einzelnen Tempels handelt es sich um ein ganzes Areal aus Tempeln, Kapellen, Pylonen, Säulenhallen und heiligen Seen, das nahezu jeder bedeutende Pharao um eigene Bauten erweiterte.
Wem war der Tempel geweiht?
Geweiht war der Hauptteil des Komplexes dem Gott Amun-Re, dem König der Götter und Schutzgott von Theben. Gemeinsam mit seiner Gemahlin Mut und dem Mondgott Chons bildete er die sogenannte Thebanische Triade. Innerhalb des Geländes gibt es eigene Bezirke für jede dieser Gottheiten, wobei der Amun-Re-Bezirk mit Abstand der größte und prächtigste ist und das Herz von Karnak bildet.
Wo liegt der Karnak-Tempel?
Der Tempel liegt am Ostufer des Nils im Norden der Stadt Luxor, rund drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Das Ostufer galt als Reich der Lebenden, während das gegenüberliegende Westufer mit dem Tal der Könige dem Totenkult vorbehalten war. Karnak ist über eine antike Prozessionsstraße mit dem Luxor-Tempel verbunden.
Wie groß ist die Anlage?
Mit einer Fläche von rund 200 Hektar ist Karnak so ausgedehnt, dass darin mehrere große europäische Kathedralen Platz fänden. Allein der Amun-Re-Bezirk umfasst zehn gewaltige Pylone, weite Höfe und unzählige Nebengebäude. Da der Komplex über mehr als zwei Jahrtausende gewachsen ist, wirkt er wie ein in Stein gemeißeltes Geschichtsbuch, in dem sich Baustile von der Mittleren bis zur Spätzeit ablesen lassen.
Was ist die Große Säulenhalle?
Die Große Säulenhalle, auch Hypostyl genannt, ist das unbestrittene Highlight von Karnak. Auf einer Fläche von etwa 5000 Quadratmetern erheben sich 134 mächtige Papyrussäulen, von denen die zwölf zentralen rund 23 Meter hoch sind. Die Kapitelle der größten Säulen sind so breit, dass darauf Dutzende Menschen Platz fänden. Errichtet wurde die Halle vor allem unter den Pharaonen Sethos I. und Ramses II. – ein überwältigendes Erlebnis aus Schatten, Licht und kolossaler Architektur.
Was ist der Heilige See?
Der Heilige See ist ein großes, rechteckiges Wasserbecken innerhalb des Amun-Re-Bezirks. Die Priester nutzten ihn für rituelle Waschungen und religiöse Zeremonien, und auf seinem Wasser fanden symbolische Bootsprozessionen statt. Heute bietet das stille Becken einen reizvollen Kontrast zu den massiven Steinbauten ringsum und ist zugleich der Schauplatz der abendlichen Ton-&-Licht-Show.
Welche Obelisken stehen in Karnak?
Karnak beherbergt einige der eindrucksvollsten Obelisken Ägyptens. Der noch stehende Obelisk der Königin Hatschepsut misst rund 30 Meter und ist damit einer der höchsten erhaltenen des Landes. Daneben befindet sich der Obelisk ihres Vaters Thutmosis I. Diese monolithischen Granitsäulen wurden in den Steinbrüchen von Assuan gehauen, über den Nil transportiert und an Ort und Stelle aufgerichtet – eine technische Meisterleistung der Antike.
Was sind die Widder-Sphingen?
Vor dem ersten Pylon säumt eine Allee aus Widder-Sphingen den Zugang zum Tempel. Diese Mischwesen mit Widderkopf symbolisieren den Gott Amun, dessen heiliges Tier der Widder war. Zwischen den Vorderpfoten tragen viele der Figuren eine kleine Statue des Königs, was den Pharao unter den Schutz des Gottes stellt. Die Sphingenreihe bildete einst den Auftakt der feierlichen Prozessionswege.
Wie lange wurde an Karnak gebaut?
Der Bau zog sich über mehr als 2000 Jahre hin. Die ältesten Strukturen stammen aus dem Mittleren Reich um 2000 v. Chr., während die letzten bedeutenden Ergänzungen in der griechisch-römischen Zeit entstanden. Fast jeder Pharao wollte sich durch eigene Pylone, Kapellen oder Statuen verewigen, sodass der Komplex nie wirklich „fertig“ war, sondern in einem ständigen Prozess des Erweiterns und Umgestaltens wuchs.
Lohnt sich die Ton-&-Licht-Show?
Die abendliche Ton-&-Licht-Show ist ein besonderes Erlebnis und für viele Besucher ein Höhepunkt ihrer Luxor-Reise. Bei einbrechender Dunkelheit werden die Pylone, Säulen und der Heilige See dramatisch illuminiert, während eine Erzählung die Geschichte von Theben und seinen Pharaonen lebendig werden lässt. Die Show wird in mehreren Sprachen angeboten und zeigt den Tempel in einer Stimmung, die tagsüber so nicht zu erleben ist.
Wie hängt Karnak mit dem Luxor-Tempel zusammen?
Karnak und der Luxor-Tempel waren durch eine knapp drei Kilometer lange Sphinxallee verbunden, gesäumt von Hunderten Sphingenstatuen. Über diese Prozessionsstraße zog während des Opet-Festes die Götterbarke des Amun feierlich von Karnak zum Luxor-Tempel. Die Allee wurde in den vergangenen Jahren freigelegt und restauriert, sodass die historische Verbindung beider Heiligtümer heute wieder erlebbar ist.
Wie kommt man zum Karnak-Tempel?
Vom Zentrum Luxors erreicht man Karnak bequem mit dem Taxi, der Kutsche oder im Rahmen eines geführten Ausflugs. Teilnehmer einer Nilkreuzfahrt besuchen den Tempel meist im Programm des Ausflugs Luxor, der häufig auch den Luxor-Tempel und das Westufer umfasst. Die meisten Schiffe legen direkt in Luxor an, sodass die Fahrt zum Tempel nur wenige Minuten dauert.
Was kostet der Eintritt?
Für Karnak ist ein regulärer Eintritt zu entrichten, der vor Ort am Kassenhäuschen bezahlt wird; für die Ton-&-Licht-Show fällt ein separates Ticket an. Im Rahmen organisierter Ausflüge sind die Eintritte oft bereits enthalten oder werden von der Reiseleitung vor Ort geregelt. Die genauen Preise können sich ändern, weshalb es sich lohnt, sie vor der Reise oder über das Schiff aktuell zu erfragen.
Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Für einen ersten Rundgang durch den Amun-Re-Bezirk sollten Sie mindestens zwei Stunden einplanen. Wer die Anlage in Ruhe erkunden, fotografieren und auch entlegenere Bereiche sehen möchte, ist gut und gerne einen halben Tag beschäftigt. Da Karnak weitläufig und größtenteils unbeschattet ist, empfiehlt sich der Besuch in den kühleren Morgenstunden oder am späteren Nachmittag.
Welche Rolle spielte der Nil für Karnak?
Der Nil war für Karnak weit mehr als eine Wasserquelle. Über den Fluss wurden die gewaltigen Steinblöcke und Obelisken von den Steinbrüchen herangeschafft, und bei den großen Festen führten Prozessionen mit heiligen Barken über das Wasser. Ein eigener Kanal verband den Tempel einst mit dem Nil, sodass die Götterboote direkt bis an die Anlage heranfahren konnten.
Was sind die Pylone von Karnak?
Pylone sind die monumentalen, sich nach oben verjüngenden Torbauten, die den Zugang zu jedem Tempelbereich markieren. Karnak besitzt zehn dieser gewaltigen Tore, die wie eine Abfolge von Schwellen tiefer ins Heiligtum führen. Der erste und größte Pylon ist über 40 Meter hoch und blieb unvollendet – an seiner Rückseite sind noch Reste der antiken Ziegelrampen zu erkennen, mit denen die Steinblöcke nach oben gezogen wurden. Die Pylone waren einst mit hohen Fahnenmasten und farbigen Reliefs geschmückt.
Was kann man im Freilichtmuseum sehen?
Im nördlichen Teil des Amun-Re-Bezirks befindet sich ein kleines Freilichtmuseum, in dem rekonstruierte Kapellen früherer Pharaonen ausgestellt sind. Besonders sehenswert ist die filigran verzierte „Weiße Kapelle“ Sesostris‘ I. sowie die „Rote Kapelle“ der Hatschepsut, deren Blöcke aus späteren Bauten wieder zusammengesetzt wurden. Für dieses Areal ist meist ein zusätzliches Ticket erforderlich, doch der Besuch lohnt sich für alle, die tiefer in die Baugeschichte eintauchen möchten.
Was sollte man beim Besuch beachten?
Festes Schuhwerk, ein Sonnenhut und ausreichend Wasser gehören zur Grundausstattung, da der Untergrund uneben und der Komplex weitgehend ohne Schatten ist. Fotografieren ist auf dem Gelände grundsätzlich erlaubt, für manche Bereiche oder Stativaufnahmen kann jedoch eine Genehmigung nötig sein. Wer früh kommt, erlebt das weiche Morgenlicht und entgeht den größten Besuchergruppen, die meist im Laufe des Vormittags eintreffen.
Häufige Fragen zum Karnak-Tempel
Ist der Karnak-Tempel UNESCO-Welterbe?
Ja. Karnak gehört zusammen mit den übrigen antiken Stätten von Theben, darunter der Luxor-Tempel und die Nekropolen am Westufer, seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Kann man Karnak und den Luxor-Tempel an einem Tag besichtigen?
Das ist gut möglich und sehr beliebt. Beide Tempel liegen am Ostufer nahe beieinander, sodass sich ein Besuch häufig zu einem gemeinsamen Tagesausflug kombinieren lässt.
Ist der Tempel für Kinder geeignet?
Durchaus. Die riesigen Säulen, Statuen und der Heilige See beeindrucken auch jüngere Besucher. Wichtig sind Sonnenschutz und ausreichend Wasser, da das Gelände weitläufig und schattenarm ist.
Wann ist die beste Reisezeit?
Angenehm sind die kühleren Monate von Oktober bis April. In dieser Zeit lässt sich der Tempel auch tagsüber gut zu Fuß erkunden, ohne die sommerliche Hitze Oberägyptens.





