Nilkreuzfahrt finden
Luxor – Assuan & mehr – tagesaktuelle Preise
Die Suche öffnet passende Nilkreuzfahrten bei unserem Reisepartner reise.de.
Kurz erklärt: Das Nildelta ist das fächerförmige Mündungsgebiet, in dem sich der Nil nördlich von Kairo aufteilt und über zwei Hauptarme ins Mittelmeer fließt. Auf rund 24.000 Quadratkilometern liegt hier Ägyptens fruchtbarstes und am dichtesten besiedeltes Land – die Kornkammer des Landes seit pharaonischer Zeit.
Von der Nilkreuzfahrten.com-Redaktion · Stand: Juni 2026
- Was ist das Nildelta?
- Woher kommt der Name „Delta“?
- Wie groß ist das Nildelta und welche Form hat es?
- Welche Hauptarme hat der Nil im Delta?
- Stimmt es, dass der Nil früher sieben Mündungsarme hatte?
- Welche Städte liegen im Nildelta?
- Warum ist das Nildelta so fruchtbar?
- Welche ökologischen Probleme bedrohen das Nildelta?
- Kann man das Nildelta auf einer Nilkreuzfahrt besuchen?
Während die klassische Nilkreuzfahrt den Strom zwischen Luxor und Assuan im Süden befährt, breitet sich im äußersten Norden Ägyptens eine ganz andere Landschaft aus: das Nildelta. Hier endet die jahrtausendelange Reise des Flusses, hier teilt er sich in ein Geflecht aus Armen und Kanälen und schiebt fruchtbaren Schlamm bis ans Mittelmeer. Diese Seite erklärt Form und Größe, die beiden Hauptarme, die historischen sieben Mündungen, Städte, Landwirtschaft, Bevölkerung und Ökologie Unterägyptens.
Was ist das Nildelta?
Das Nildelta ist das große Mündungsgebiet, in dem sich der Nil rund 20 Kilometer nördlich von Kairo aufspaltet und in mehreren Armen ins Mittelmeer fließt. Es ist ein klassisches Mündungsdelta: Der Fluss verliert hier seine Fließgeschwindigkeit, lagert mitgeführten Schlamm ab und baut so über Jahrtausende eine flache, fruchtbare Schwemmlandebene auf. Geografisch markiert das Delta das Ende des längsten Flusses Afrikas und zugleich den Norden Ägyptens, den die Antike als Unterägypten kannte. Diese Benennung folgt der Fließrichtung des Nils: Da der Strom von Süden nach Norden zieht, liegt das nördliche Delta flussabwärts und damit „unten“. Wer den gesamten Strom verstehen will, findet auf unserer Übersicht zu Der Nil die große Linie von der Quelle bis zur Mündung.
Woher kommt der Name „Delta“?
Der Begriff „Delta“ geht auf den griechischen Buchstaben Δ zurück, dessen dreieckige Form das Mündungsgebiet des Nils von oben betrachtet nachzeichnet. Schon der antike Geschichtsschreiber Herodot prägte diesen Vergleich im 5. Jahrhundert v. Chr., als er die fächerförmige Aufteilung des Flusses beschrieb. Seither ist „Delta“ der geografische Fachbegriff für jedes Mündungsgebiet, in dem ein Fluss sich vor dem Meer verzweigt und Sedimente ablagert. Das Nildelta gilt dabei als das namensgebende Musterbeispiel – das Urbild aller Flussdeltas.
Wie groß ist das Nildelta und welche Form hat es?
Das Nildelta erstreckt sich über rund 24.000 Quadratkilometer und reicht etwa 160 Kilometer von Kairo im Süden bis zur Mittelmeerküste im Norden. Entlang der Küste misst es an seiner breitesten Stelle rund 240 Kilometer, von Alexandria im Westen bis Port Said im Osten. Damit zählt es zu den größten Flussdeltas der Welt. Es hat die Form eines nach Norden geöffneten Dreiecks, dessen Spitze bei Kairo liegt und dessen Basis die Mittelmeerküste bildet. Von der Spitze fächern die beiden Hauptarme auf und schließen ein dichtes Netz aus Kanälen, Bewässerungsgräben und Brackwasserseen ein. Trotz seiner Ausdehnung ist das Gelände bemerkenswert flach: Weite Teile liegen nur wenige Meter über dem Meeresspiegel, manche Senken sogar darunter.
Welche Hauptarme hat der Nil im Delta?
Heute besitzt der Nil im Delta zwei große natürliche Mündungsarme: den Rosette-Arm (auch Rosetta) im Westen und den Damiette-Arm im Osten. Der Rosette-Arm ist mit rund 240 Kilometern der längere und führt nach Nordwesten zur Hafenstadt Rosette nahe Alexandria. Der Damiette-Arm fließt nach Nordosten zur gleichnamigen Stadt Damiette. Beide Arme trennen sich an der Deltaspitze nördlich von Kairo und schließen zwischen sich das eigentliche Delta-Dreieck ein. Ergänzt werden sie durch künstliche Kanäle wie den Ibrahimiya- und den Mahmudiya-Kanal, die das Wasser für die Bewässerung verteilen.
Stimmt es, dass der Nil früher sieben Mündungsarme hatte?
Ja, in der Antike teilte sich der Nil im Delta in sieben Mündungsarme, von denen antike Autoren wie Herodot, Strabon und Ptolemäus berichteten. Sie trugen Namen wie der Pelusische, der Tanitische, der Mendesische, der Phatnitische (heute Damiette), der Sebennytische, der Bolbitinische (heute Rosette) und der Kanopische Arm. Im Lauf der Jahrtausende versandeten fünf dieser Arme durch Sedimentablagerung, Flussverlagerungen und menschliche Eingriffe. Übrig blieben die beiden heutigen Hauptarme. Die verlandeten Mündungen erklären, warum etliche einst bedeutende Hafen- und Tempelstädte des Deltas heute weit vom Wasser entfernt im Schwemmland liegen.
Welche Städte liegen im Nildelta?
Im Nildelta liegen mehrere der größten und geschichtsträchtigsten Städte Ägyptens. Die wichtigsten sind:
- Alexandria – mit über fünf Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes und bedeutendste Hafenstadt am Westrand des Deltas
- Tanta – Verkehrs- und Handelsknoten im Herzen des Deltas, bekannt für sein großes religiöses Fest
- Mansura – Universitätsstadt am Damiette-Arm, Schauplatz eines berühmten Kreuzzugs-Ereignisses
- Damiette – Hafenstadt an der östlichen Mündung, Zentrum der Möbel- und Textilindustrie
- Rosette (Rashid) – Hafenstadt an der westlichen Mündung, Fundort des berühmten Steins von Rosette
Der Stein von Rosette, 1799 nahe der Stadt gefunden, trug denselben Text in Hieroglyphen, demotischer Schrift und Altgriechisch und erlaubte 1822 die Entzifferung der Hieroglyphen. Heute steht er im Britischen Museum in London und bleibt ein Wahrzeichen für die Bedeutung des Deltas in der Wissenschaftsgeschichte.
Warum ist das Nildelta so fruchtbar?
Das Nildelta ist so fruchtbar, weil der Nil über Jahrtausende nährstoffreichen Schlamm aus dem ostafrikanischen Hochland herangetragen und hier abgelagert hat. Vor dem Bau der großen Staudämme überflutete der Strom das Delta jeden Sommer und überzog die Felder mit einer frischen Schicht dieses fruchtbaren Schlamms. So entstand eine tiefe, äußerst ertragreiche Schwemmlandebene. Hier wachsen die wichtigsten Feldfrüchte Ägyptens, allen voran Baumwolle, Reis, Weizen, Mais, Zuckerrohr und vielfältiges Gemüse; die ägyptische Langstapel-Baumwolle aus dem Delta genoss lange Weltruf. Zusammen mit dem schmalen Niltal weiter im Süden bildet das Delta die landwirtschaftliche Basis des Landes. Auf seiner fruchtbaren Fläche leben rund 40 Millionen Menschen – etwa die Hälfte der ägyptischen Bevölkerung – auf nur einem Bruchteil der Landesfläche.
Welche ökologischen Probleme bedrohen das Nildelta?
Das Nildelta steht heute unter erheblichem ökologischem Druck. Drei Probleme greifen ineinander: Erstens senkt sich der Boden ab, weil kaum noch frisches Sediment nachgeliefert wird und das Land sich unter seinem eigenen Gewicht setzt. Zweitens dringt Salzwasser aus dem Mittelmeer immer weiter ins Grundwasser und in die Felder vor – die sogenannte Versalzung. Drittens trägt die Brandung an der flachen Küste fortlaufend Land ab, sodass die Küstenlinie zurückweicht. Eine wesentliche Ursache liegt am Assuan-Staudamm: Seit der Hochdamm ab 1971 den Nil staut, bleibt die jährliche Sommerflut aus, die das Delta früher mit frischem Schlamm versorgte. Verstärkt durch den steigenden Meeresspiegel gilt das Nildelta als eine der weltweit am stärksten vom Klimawandel bedrohten Küstenregionen.
Kann man das Nildelta auf einer Nilkreuzfahrt besuchen?
Nein, das Nildelta gehört nicht zur klassischen Nilkreuzfahrt. Die übliche Route verläuft im Süden Ägyptens zwischen Luxor und Assuan, manchmal verlängert bis Kairo – also flussaufwärts, südlich des Deltas. Das Delta selbst ist ein Geflecht flacher Arme und Bewässerungskanäle, das von den großen Kreuzfahrtschiffen nicht befahren wird. Wer das Delta erleben möchte, kombiniert seine Reise daher mit Landausflügen ab Kairo oder Alexandria. Die Schiffsreise auf dem eigentlichen Strom beginnt erst dort, wo der Nil sein einziges Bett bildet – ein Streckenabschnitt, den unsere Seite zum Flusslauf näher beschreibt. Ein wieder völlig anderes Gesicht zeigt der Strom an den Katarakten im Süden.
Häufige Fragen
Wie viele Mündungsarme hat der Nil heute?
Heute besitzt der Nil im Delta zwei natürliche Hauptarme: Rosette im Westen und Damiette im Osten. In der Antike waren es sieben Arme, von denen fünf im Lauf der Jahrtausende versandet sind.
Was ist der Unterschied zwischen Ober- und Unterägypten?
Unterägypten ist der Norden mit dem Nildelta, Oberägypten der Süden mit dem Niltal um Luxor und Assuan. Die Namen folgen der Fließrichtung des Nils: Das nördliche Delta liegt flussabwärts und damit „unten“, der höher gelegene Süden „oben“.
Was kann man im Nildelta als Tourist sehen?
Sehenswert sind die osmanische Altstadt von Rosette, die antiken Stätten von Tanis und Bubastis sowie Alexandria mit Bibliotheca Alexandrina und mediterranem Flair; an den Küstenseen lohnt sich Vogelbeobachtung.










